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Seit Anfang September 2007 ist die Glaswand zwischen Kirche und Gemeindesaal verändert. Über die ganze Breite ziehen sich drei Schriftstränge in hebräischer, griechischer und deutscher Sprache. Anstoß für diese Veränderung war die Einsicht, dass die vollständige Transparenz der Glaswand zwar wichtig für den Raumeindruck ist, aber das Risiko birgt, dass Menschen das Glas übersehen und sich am Kopf verletzen. Nach einer Idee von Christopher Scholtz und Reiner Haberstock gestalteten Dirk von Manteuffel und Petra Schröder von der Firma „sosumi“ zusammen mit Steffen Theil vom Evangelischen Regionalverband Frankfurt die Schriftstränge, die aus den folgenden Bibelversen bestehen:
„Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Und die Erde war wüst und leer, und es war finster auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte auf dem Wasser. Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht.“ (Genesis 1, 1-3)
„Lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ (Matthäus 28, 20)
„Denn darin wird offenbart die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, welche kommt aus Glauben in Glauben; wie geschrieben steht (Habakuk 2,4): Der Gerechte wird aus Glauben leben.“ (Römer 1, 17)
Die beiden ersten Verse schlagen den Bogen von der Schöpfung bis zum Ende der Zeiten und versichern uns, dass Gottes Beistand für alle Zeiten gilt. Gleichzeitig erinnern sie durch die fremden Sprachen und ungewohnten Buchstaben an die jüdischen und hellenistischen Ursprünge des Christentums. Der dritte Strang ist für die Theologie Martin Luthers und für seine Überlegungen zur Rechtfertigung von größter Bedeutung. Er betont, dass wir uns das Angenommensein durch Gott nicht erarbeiten müssen, ja es auch gar nicht erarbeiten können. Statt sich auf die eigenen Leistungen zu berufen, gilt es, sich ganz auf Gott zu verlassen. Dieser Strang steht in der ursprünglichen Sprache Luthers, um an den Namenspatron der Kirche und seine für den Protestantismus so prägende Übersetzung der Bibel zu erinnern. 
Die Anordnung und Gestaltung der Verse auf der Glasfläche eröffnen darüber hinaus Bedeutungsebenen, die sich nur schwer in Worte fassen lassen. Entdecken Sie selbst, wie sich die drei Schriftstränge miteinander verbinden, wie sie dazu einladen, aus anderer Perspektive in unsere Kirche zu blicken und die Vielfältigkeit unserer Tradition zu entdecken.
Christopher Scholtz | | |
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